Forum für ganzheitsorientiertes Leben (FGL)

                  Kontemplative Tradition des Abendlandes (KTA)

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Kontemplative Tradition des Abendlandes (KTA)
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Der Arbeitskreis ruht zur Zeit. Es finden allenfalls sporadische Vorträge statt, auf die Sie nach Mitteilung Ihrer  E-mail-Adresse hingewiesen werden können. Siehe aber evtl. Veranstaltungshinweise am Ende dieser Seite!



Kontemplative Tradition des Abendlandes (KTA)

In einem grundlegenden Projekt stellt sich das Forum die Aufgabe, die abendländische kontemplative Tradition zu sichten und für unsere Zeit zu erschließen. Dabei geht es zunächst um einen Überblick über die wichtigsten Vertreter und Strömungen (z.B.: bereits abgeschlossen: Platon und der Platonismus; Kirchenväter; Gnosis; Hermetik; Neuplatonismus; christliche Mystik ab dem Mittelalter; Alchimie; Kabbala; z.T. deutscher Idealismus; Goethe; Max Picard; esoterische Strömungen:   Naturphilosophie; dialogische und Kommunikationsphilosophie; Schwerpunkte z.Zt.: ganzheitsorientierte Modelle der Neuzeit: Karl Jaspers, Jean Gebser, Graf Dürckheim, Shri Aurobindo, Ken Wilber). Zur kontemplativen Tradition zählt also teilweise auch, was mit dem problematischen Begriff "Mystik" bezeichnet wird.
Dieser Arbeitskreis hat u.a. den Sinn, das Bewusstsein für die Wurzeln der abendländischen kontemplativen  Kulturtradition zu fördern. Er will ganzheitsorientierte Zugänge zu heute im öffentlichen Leben weitgehend verschütteten tieferen Schichten oder nicht mehr dualen Aspekten des Seins anregen; denn hieraus können die wesentlichen Impulse kommen, um  die  Zerstreuungen der Konsum- und Informationszivilisation zu überwinden sowie Brücken der Verständigung zwischen verschiedenen religiösen und spirituellen Traditionen zu bauen. 

Der Aufbau der einzelnen Sitzungen gestaltet sich folgendermaßen:

Teil I: 
- Leibübungen unter Anleitung, ca. 15 Min.
- kurze Textlesung oder  o.ä. mit anschließender Meditation in Stille, ca. 15 Min.


- Teil II: - Vortrag oder Textarbeit und Gedankenaustausch zu einem jeweiligen vereinbarten Schwerpunkt, ca. anderthalb Stunden

 Der Teil I mit den Leibübungen und der Meditation kann unabhängig von dem  II. Teil besucht werden. Für den II. Teil  werden bisher im Arbeitskreis erarbeitete Kenntnisse nicht vorausgesetzt. D.h. neue Teilnehmer mit Interesse an den jeweils bearbeiteten Themen sind willkommen. Auf hin und wieder organisierte Vorträge wird  besonders hingewiesen.


Zeit: Der Arbeitskreis findet in der Regel außer in den Schulferien vierzehntägig mittwochs von 19.30-21.00 (KTA) statt. Die genauen Termine sind mit der Anmeldung bei der unter Kontakt angegebenen Telefonnummer zu erfragen.

 Veranstaltungsort: Gemeindehaus der evangelischen Kirche Bochum, Weitmar-Mark, Karl-Friedrich-Str. 65A (Kreuzung Markstr.-Königsallee Richtung Kemnaderstr. bis zu großer Kreuzung, rechts Karl-Friedrichstr., rechts bei Fußgängerampel Einfahrt zum Parkplatz, Fußweg ca. 80m hinunter bis zum Ende: Gemeindehaus

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Literatur (vorläufige Zusammenstellung, wird vervollständigt):: 
(zur Geschichte der abendländischen kontemplativen Tradition und Mystik:) 

  • Heinrich Dörrie: Die geschichtlichen  Wurzeln des Platonismus. In: Der Platonismus in der Antike - Grundlagen - System - Entwicklung. Begründet v. H. Dörrie, fortgeführt v. Matthias Baltes. Bd. I. Stuttgart-Bad Cannstadt: frommann-holzboog, 1987, Kap. Zur Einführung: Der Platonismus als Philosophie und Religion. Eine Skizze in dreißig Leitsätzen und Epochen des Platonismus, S. 16-41. 
  • Bernhard McGinn: Die Mystik im Abendland. Freiburg: Herder, 1994-1999, Bde. I-III (Bd. IV. in Vorber.  zur Übersetzung)
  • Kurt Ruh: Geschichte der abendländischen Mystik. München: C.H. Beck, 1990-1999, 
(zu Meister Eckhart:)
  • Burkhard Moijsisch: Meister Eckhart - Analogie, Univozität und Einheit, Hamburg 1983. Zugel.: Bochum,   Habilitationsschrift,1983.
  • Udo Kern: "Gottes Sein ist mein Leben" - Philosophische Brocken bei Meister Eckart. Berlin: Walter de Gruyter, 2003. 


Links:
- Meister-Eckhart-Gesellschaft : http://www.meister-eckhart-gesellschaft.de

- Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik e.V.: http://www.gfcm.de



Veranstaltungshinweis:

   

• Platon und der Gott der Religion

Dr. Christina Schefer (Zihlschlacht/CH)
Di 14.10, 18.30 Uhr, Kyōsei-Saal

Das Verhältnis zwischen Philosophie und lebendiger Religion steht neu zur Diskussion. Seit Pascal unter dem Titel FEUER radikal zwischen dem Gott der Religiösen und dem Gott der Philosophen und der Weisen unterschieden hat, stellt sich die Frage: Wer ist dieser Gott der Philosophen, der seit Nietzsche angeblich tot ist? Dieser Gott (als reines Sein, oberste Idee, ewige Gegenwart) ist ein wirklicher Gott und keineswegs tot: "fasciniert" er doch bis heute die Menschen in Gestalt der Logik, der Metaphysik und vor allem der modernen Wissenschaft und Technik. Aber es ist ein einseitiger Gott: das von Pascal erwähnte FEUER (als "tremendum") hat sich verflüchtigt. Mit anderen Worten: Philosophie ist im Grunde eine Form von Religion, aber eine eingeschränkte Religion. Diese Deutung Gottes hat mit Parmenides begonnen und in Platon ihren radikalen Durchbruch erfahren. Allerdings weiß bzw. erfährt Platon noch den ursprünglichen Gott der Religiösen, reduziert aber diese Erfahrung in seiner Philosophie auf den Begriff des Einen. Der Vortrag zeigt, wie diese epochale Reduktion zustande kam und wie sie wieder aufgehoben werden könnte.

Ort:
EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.
Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf
GERMANY
Tel.: 0211/ 577918-0
Fax: 0211/ 577918-219
E-Mail: pool@eko-haus.de


Literatur:

Christina Schefer
1. Platons unsagbare Erfahrung
Ein anderer Zugang zu Platon
Schwabe Verlag, Basel 2001
ISBN-10 3796515614
ISBN-13 9783796515613
Gebunden, 276 Seiten, 54,20 EUR
Klappentext
Ziel des Buches ist, einen neuen Zugang zu Platon zu eröffnen. Die klassische Deutung der platonischen Philosophie im Sinn der Ideenlehre hat sich als unzureichend erwiesen. Sie ist ergänzt worden durch die sogenannte "ungeschriebene Lehre" beziehungsweise die Prinzipienlehre der Tübinger Schule. Doch auch diese neue Deutung setzt noch eine Urerfahrung voraus, die nicht nur nicht geschrieben werden kann, sondern unbeschreibbar bzw. unsagbar ist. Diese unsagbare Erfahrung verweist auf die sogenannten Mysterien in der griechischen Welt. Platon hat nicht nur die Terminologie der Mysterieneinweihung verwendet, sondern geht im letzten aus von einer Art Mysterienerfahrung. Dabei handelt es sich um die lebendige Erfahrung des Gottes Apollon. - Ein erster Teil des Buches behandelt die Aporien des Tübinger-Paradigmas und zeigt, dass die Ungeschriebene Lehre Platons.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.02.2002
Kaum ist die letzte Revolution in der Platon-Interpretation durchgesetzt, so Albert von Schirnding, schon droht die nächste. Die Tübinger Schule hatte die Ideenlehre der veröffentlichten Dialoge für weniger gültig erklärt als die esoterische Prinzipienlehre, die nur indirekt zu erschließen ist. Christina Schefer geht nun noch einen Schritt weiter: worum es Platon eigentlich gegangen ist, meint sie, sei die Unsagbarkeit, die Deutung der Erkenntnis als "unsagbare Erfahrung". Wie nun aber darüber sprechen? Schefer, so von Schirnding, geht den Umweg über die griechischen Mysterienkulte, die Platon erwähnt, und deutet ihn so als religiösen Denker. Der Rezensent ist durchaus angetan von der "Interpretationskunst" der Autorin - und meldet dann doch Bedenken an. Vielleicht sei eine solche anti-rationale Platon-Deutung vor allem dem Zeitgeist der vernunftfernen Epoche geschuldet, in der wir uns seiner Meinung nach befinden.


2. Platon und Apollon
 Christina Schefer
Vom Logos zurück zum Mythos
Erschienen bei Academia Verlag , Richarz , 1996
Titel führen wir nicht bzw. nicht mehr.
3. Verwandelnde Erfahrung. Zur Deutung der antiken Mysterienkulte
Antike Mysterien, Initiation, Einweihung, Mysterium, Geheimnis, Tod, Leben,
Erfahrung, Philosophie, griechische Religion, Dionysos, Kult, Ritual, das Heilige, das
Unsagbare
Ziel des Projekts ist eine Rekonstruktion der ältesten antiken Mysterienkulte und eine
religionswissenschaftliche Analyse dieser Mysterien. Die einzigartige Bedeutung der
antiken Mysterien liegt in ihrer ungeheuren Wirkungsgeschichte - von der Antike bis
in die Gegenwart. Nicht nur die wichtigsten Bereiche der antiken Geistes- und
Kulturgeschichte wie Philosophie, Epos, Lyrik, Drama, Rhetorik und Roman sind
nachhaltig von den Mysterien beeinflusst, sondern auch das Christentum und speziell
moderne Erscheinungen wie Religionswissenschaft, Psychologie und - über Platon -
vor allem die neuere Philosophie und die Wissenschaften sind indirekt von den
Mysterien geprägt. Es gilt daher, eines der bedeutendsten religiösen Phänomene der
Antike neu zu beleuchten, zu beschreiben und vor allem neu zu deuten. Im Zentrum
des Projekts stehen Definition, Eigenart und Bedeutung der antiken Mysterienkulte.
Dabei geht es immer wieder um eine religiöse Grunderfahrung, die weder Glaube
noch wissenschaftliche Erkenntnis ist und offenbar den Kern aller Religiosität
darstellt.



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